Betatests für Apps mit echten Nutzern
Ein Betatest ist der günstigste Weg, um herauszufinden, was Nutzer verwirrt. Das funktioniert aber nur, wenn Sie die richtigen Fragen stellen.
Die Personen, die eine App gebaut haben, sind die ungeeignetsten Tester. Sie wissen genau, wo jeder Button ist und was jedes Wort bedeutet. Ein Betatest bringt die App in die Hände von Menschen, die das nicht wissen – noch bevor sie in den Store kommt. Sowohl Apple als auch Google bieten die passenden Werkzeuge dafür.
TestFlight unter iOS
TestFlight unterscheidet zwei Arten von Testern. Interne Tester sind Mitglieder Ihres Teams in App Store Connect; sie können einen Build installieren, sobald er verarbeitet wurde. Externe Tester können beliebige Personen sein, die Sie per E-Mail oder über einen öffentlichen Link einladen. Deren Builds durchlaufen jedoch zuerst den Beta-App-Review, planen Sie also etwas Zeit ein. TestFlight-Builds verfallen nach 90 Tagen. Für einen längeren Betatest brauchen Sie also zwischendurch neue Builds.
Test-Tracks auf Google Play
Google Play bietet drei Tracks. Der interne Test ist der schnellste Weg, einen Build an ein kleines Team zu verteilen. Der geschlossene Test richtet sich an ausgewählte Personen über deren E-Mail-Adresse oder Gruppe. Am offenen Test kann jeder direkt über den Store-Eintrag teilnehmen. Tester installieren und aktualisieren die App über den Play Store – genau wie spätere echte Nutzer.
Wen Sie einladen sollten
Beginnen Sie mit einer kleinen Gruppe, die der Zielgruppe entspricht, die Sie zu Beginn des Projekts definiert haben – nicht nur Kollegen und Freunde. Eine Handvoll gut ausgewählter Tester findet die meisten unklaren Stellen. Erweitern Sie die Gruppe, sobald die offensichtlichen Probleme behoben sind.
Beziehen Sie mindestens eine Person mit einem älteren Smartphone ein und jemanden, der Bedienungshilfen wie größere Schrift nutzt. Beide stoßen auf Probleme, die auf den Geräten des Teams unbemerkt bleiben.
Geben Sie Testern Aufgaben, nicht nur einen Build
„Probieren Sie es mal aus und sagen Sie Bescheid“ bringt kaum Ergebnisse. Geben Sie jeder Runde ein paar konkrete Aufgaben: registrieren, die Kernaufgabe erledigen, eine Einstellung ändern, das Konto löschen. Fragen Sie die Tester, was sie bei jedem Schritt erwartet haben und an welcher Stelle sie gezögert haben. Zögern ist oft aufschlussreicher als ein Fehlerbericht, weil es zeigt, wo das Design unklar ist.
Feedback einfach machen
Mit TestFlight können Tester Feedback und Screenshots direkt aus der App heraus senden. Google Play erlaubt privates Feedback über den Store-Eintrag. Verweisen Sie die Leute auf den Kanal, den Sie tatsächlich lesen, und antworten Sie zügig. Tester, die sich gehört fühlen, testen weiter.
Aktivieren Sie Crash-Reporting, bevor die Beta beginnt. So erfahren Sie auch von Problemen, die Tester gar nicht bemerken oder nicht erwähnen.
Wissen, wann Schluss ist
Ein Betatest hat ein Ziel, keine feste Dauer. Wenn Tester die Kernaufgaben ohne Hilfe abschließen, Abstürze selten sind und neues Feedback nur Bekanntes wiederholt, ist es Zeit für den Launch. Halten Sie die Gruppe auch danach zusammen: Es sind genau die richtigen Personen, um die nächste Version vorab zu testen.
Kurz zusammengefasst
Nutzen Sie interne Tests für Ihr Team und eine geschlossene Gruppe echter Nutzer für alles Weitere. Geben Sie jeder Runde konkrete Aufgaben, lesen Sie das Feedback, beheben Sie Blockaden und veröffentlichen Sie die App, sobald keine neuen Erkenntnisse mehr dazukommen.